DNK – Deutscher Nachhaltigkeitskodex

Der deutsche Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex, kurz DNK, ist ein Berichtsrahmen, der speziell für Unternehmen entwickelt wurde, die zum ersten Mal über Nachhaltigkeit berichten. Er ist kostenfrei, deutschsprachig und deutlich weniger umfangreich als die GRI-Standards oder die ESRS. Entwickelt wurde er 2011 vom Rat für Nachhaltige Entwicklung, einem Beratungsgremium der Bundesregierung. Inzwischen haben mehrere tausend Unternehmen, Hochschulen und öffentliche Einrichtungen eine DNK-Erklärung veröffentlicht.

So funktioniert der DNK

Kern des Kodex sind 20 Kriterien, die vier Bereiche abdecken: Strategie, Prozessmanagement, Umwelt und Gesellschaft. Zu jedem Kriterium beschreibt das Unternehmen in Textform, wie es damit umgeht, oder erklärt, warum es dazu keine Angaben macht. Dieses Prinzip „comply or explain“ senkt die Einstiegshürde erheblich. Ergänzt werden die Kriterien durch eine überschaubare Zahl an Leistungsindikatoren, die aus den GRI-Standards übernommen sind, etwa zu Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen oder Arbeitsunfällen.

Die Erklärung wird in einer Online-Datenbank erstellt, vom DNK-Büro auf formale Vollständigkeit geprüft und anschließend veröffentlicht. Die Datenbank ist öffentlich, jede Erklärung ist damit für Kunden, Banken und Bewerber einsehbar.

Neuausrichtung an CSRD und ESRS

Mit der CSRD hat der Rat für Nachhaltige Entwicklung den Kodex überarbeitet. Der neue DNK orientiert sich in Struktur und Begriffen an den ESRS, damit Unternehmen, die später in die Berichtspflicht hineinwachsen, nicht bei null anfangen. Gleichzeitig bleibt er ein freiwilliges Instrument. Für kleine Unternehmen ohne Berichtspflicht konkurriert er inzwischen mit dem VSME-Standard der EFRAG, der europaweit einheitlich ist. Welcher Rahmen besser passt, hängt davon ab, wer die Daten anfordert: deutsche Banken und Kommunen kennen den DNK, internationale Kunden eher den VSME.

Vorteile für den Mittelstand

  • kostenfrei und ohne Lizenz nutzbar
  • deutschsprachige Leitfäden, Schulungen und ein Netzwerk regionaler Ansprechpartner
  • Prüfung durch das DNK-Büro gibt Sicherheit, dass die Erklärung formal vollständig ist
  • anerkannt als Nachweis gegenüber Banken, öffentlichen Auftraggebern und Großkunden
  • geeignet als Vorstufe zu ESRS oder GRI

Grenzen

Der DNK ist ein Berichtsrahmen, kein Prüfsiegel. Die Angaben werden nicht inhaltlich verifiziert, eine gute Erklärung sagt also nicht automatisch etwas über die tatsächliche Leistung aus. Für Unternehmen unter der CSRD ersetzt er den Pflichtbericht nicht. Und wer international tätig ist, wird um GRI oder ESRS auf Dauer nicht herumkommen.

Fazit

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex ist der pragmatische Einstieg: strukturiert genug, um ernst genommen zu werden, schlank genug, um ihn ohne große Beratung umzusetzen. Für den deutschen Mittelstand bleibt er ein sinnvoller erster Schritt, bevor umfangreichere Standards nötig werden.

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