Die größte Umweltdatenbank der Wirtschaft
CDP ist eine gemeinnützige Organisation, die jedes Jahr tausende Unternehmen, Städte und Regionen zu ihren Umweltdaten befragt und die Antworten bewertet. Gegründet wurde sie 2000 in London unter dem Namen Carbon Disclosure Project. Weil die Fragebögen längst über Klima hinausgehen, tritt die Organisation heute nur noch unter der Abkürzung CDP auf. Über 20.000 Unternehmen legen dort jährlich Daten offen, hinter den Anfragen stehen Investoren mit einem Vermögen in Billionenhöhe und hunderte Großkunden.
Wie CDP arbeitet
Der Mechanismus ist einfach: Investoren und einkaufende Unternehmen bitten CDP, in ihrem Namen Daten von Unternehmen anzufordern. Das befragte Unternehmen füllt den CDP-Fragebogen aus, CDP bewertet die Antworten und gibt die Ergebnisse an die Anfragenden weiter. Für viele Zulieferer ist eine solche Kundenanfrage der erste Kontakt mit CDP.
Die Fragebögen decken drei Bereiche ab:
- Klima: Emissionen nach dem GHG Protocol, Ziele, Risiken, Governance, Übergangspläne.
- Wasser: Wasserverbrauch, Wasserrisiken, Umgang mit Wassersicherheit.
- Wald: Abhängigkeit von Rohstoffen mit Entwaldungsrisiko wie Holz, Soja, Palmöl und Rindfleisch.
Seit 2024 sind die drei Bereiche in einem integrierten Fragebogen zusammengeführt, dessen Struktur sich an den Empfehlungen der TCFD und an den Standards des ISSB orientiert.
Das Scoring von A bis D-
CDP vergibt Noten in vier Stufen: Offenlegung (D), Bewusstsein (C), Management (B) und Führung (A), jeweils mit Zwischenstufe. Ein A-Rating erhält nur, wer neben vollständigen Daten auch ambitionierte Ziele, verifizierte Emissionsdaten und Maßnahmen in der Lieferkette nachweist. Unternehmen mit A-Score werden jährlich auf einer „A-Liste“ veröffentlicht, was häufig in der Kommunikation genutzt wird. Wer angefragt wird und nicht antwortet, erhält ein F, das ebenfalls sichtbar ist.
Nutzen für Unternehmen
Für Zulieferer ist die CDP-Teilnahme oft keine Wahl, sondern eine Kundenanforderung. Der Aufwand lohnt sich trotzdem: Der Fragebogen zwingt zu einer strukturierten Bestandsaufnahme, das Scoring zeigt Lücken im Vergleich zur Branche, und die Daten lassen sich für ESRS-Berichte, SBTi-Ziele und EcoVadis-Bewertungen weiterverwenden. Für Investoren ist CDP die wichtigste Quelle für vergleichbare Klimadaten.
Kritik
Die Beantwortung ist aufwendig, vor allem für kleinere Unternehmen ohne eigene Nachhaltigkeitsabteilung. Für die Nutzung der Plattform und für Zusatzleistungen fallen Gebühren an. Kritiker bemängeln außerdem, dass der Score stark von der Vollständigkeit der Antworten abhängt und weniger von der tatsächlichen Emissionsentwicklung. CDP hat die Bewertungsmethodik deshalb mehrfach angepasst und gewichtet Fortschritte inzwischen stärker.
Fazit
CDP ist die zentrale Drehscheibe für Umweltdaten zwischen Unternehmen, Investoren und Einkauf. Wer eine Anfrage erhält, sollte sie ernst nehmen: Der Score ist sichtbar und wird in Lieferantenbewertungen und Ratings weiterverwendet.